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port D'envalira - der höchste Punkt unserer Tour (Foto) ... grade so etwas für Leute, die sich erholen wollen Durch Andorra mit dem Fahrrad
"Die Täler sehen so aus wie alle Pyrenäen- Täler dieser Gegend - aber als
wir nach Andorra- la-Vella kamen, der Hauptstadt, da sah ich den Unterschied.
Die Hauptstadt hat fünfhundert Einwohner, und diese Belegschaft eines
berliner Ackerstraßenhauses verteilt sich in grau-braunen, primitiv gebauten
Häusern, die Feldsteine sind nicht übertüncht, sondern liegen nackt. . .
und was nie in Frankreich geschehen war , geschah hier: Kinder bettelten
mich an..., beschrieb Tucholski 1927 seine Eindrücke.
(Fast) nichts erinnert mehr an Tucholskis Andorra Ein mürrischer Wächter und Erholung im warmen Wasser Nur ein "Punkt auf der Landkarte", aber eigenwillig und ganz weit oben Von der Magistrale durch das Land führen Bergstraßen und -pfade zu Dörfern, Weihern oder Hütten. Laut einem Reiseführer findet man nirgendwo sonst in den Pyrenäen ein ähnlich dichtes Netz an Übernachtungsmöglichkeiten in den Bergen. Vor und außerhalb der Hauptstadt herrscht kein Lärm und sowohl Unterkunft als auch Verpflegung sind bedeutend preiswerter. Obwohl auf Europakarten nur ein Punkt, misst die Hauptstraße vom spanischen zum französischen Grenzübergang immerhin 43 Kilometer. Und die wollen mit Fahrrad und Gepäck erstmal überwunden werden. Oben, ganz oben, viele Serpentinenkurven über uns wissen wir ihn - den höchsten Punkt unserer Tour, die in Barcelona auf Meeresspiegelebene begann. In mehreren Bergetappen vorher gaben wir unseren Körpern schon die Gelegenheit, sich auf die Anstrengungen in der Julihitze einzustellen. So ist die Psyche nicht mit Leiden ausgefüllt und es bleibt Raum, um Eindrücke von der Landschaft und vom Straßenrand aufzunehmen (ein künstlicher Kletterfelsen? Aber vielleicht ... gibt's in Grönland auch eine Kunsteisbahn?!!) oder Gelesenes über dieses eigenwillige Ländchen zu verarbeiten. Denn Andorras Staatsform ist einmalig in der Welt - ein Ko-Fürstentum. Das heißt, nominelle Staatsoberhäupter sind der Bischof von Urgel (Spanien) und der französische Präsident. Die selbständige Existenz des Landes geht auf einen Vertrag von 1278 zurück, in dessen Folge den Andorranern später das Recht zugebilligt wurde, über ihre Angelegenheiten im Rat der Täler selbst zu entscheiden. Offizielle Amtssprache ist Katalanisch, ein romanisches Idiom. Daneben zählen selbstverständlich Spanisch und Französisch zu den Umgangssprachen. Endlich oben und wieder hinunter nach Frankreich Le petit train jaune, der kleine gelbe Zug - eine elektrisch betriebene Bahn, teils mit offenem Verdeck, durchquert über schwindelerregende Brücken, durch dunkle Tunnel, vorbei an lieblichen Landschaften die fas-zinierende Bergwelt. Sie überwindet dabei einen Höhenunterschied von 1165m. Und vom oberen Endpunkt Latour-de-Carol fahren Busse ins dann nicht mehr weite Andorra. Fertiggestellt war die Strecke übrigens 1927, als auch Tucholski hier weilte: "Diese Bahn", schrieb er, "wird die Gegend aufschließen... Auch Andorra wird sein Teil abbekommen. . . Und das ganze Land wird in Hotels ersaufen - denn es ist ein schönes Land, die Berge sind nicht zu hoch und nicht zu niedrig: es ist grade so etwas für Leute, die sich erholen wollen." Nun ja, von der Bahn hat Andorra nichts abbekommen ... |
Informationen
Departament de Turisme del Govero
Prat de la Creu, 62-64
Andorra la Vella
Vertretung Andorras in 13435 Berlin, Finsterwalder Straße 28,Tel.: 030/4154914
"Kleiner Gelber Zug" über
Syndicat d 'Initiative in Villefranche-de-Conflent, Place de l'Eglise
Tel.: 0033/468962296
www.ter-sncf.com/gelberzug/default.htmAndorra hat keine eigene Währung. Als offizielles Zahlungsmittel gilt, obwohl formell nicht EU-Mitglied, der Euro. Mit der ec-Karte kann das Geld von allen Bankautomaten abgehoben werden.